FDP-Fraktion bezieht Stellung…

FDP-Fraktion bezieht Stellung

Eigentlich – So hatten wir von der FDP-Fraktion noch bis zum ersten Wahlgang am 28.10.2018 gedacht. – haben wir in Schlitz drei sehr interessante Bürgermeisterkandidaten, die von ihrer Art und ihren Konzepten her sehr unterschiedlich sind, zwischen denen sich die Menschen im Schlitzerland an sich gut entscheiden können, ohne dass wir unsere Meinung dazugeben müssen.

Der Wahlkampf lief bis dahin weitgehend fair und sachlich. Nun haben die Wählerinnen und Wähler sich aber im ersten Wahlgang nicht so verhalten, wie sich das so mancher in den Insiderkreisen unserer Kommunalpolitik idealerweise vorstellt.

Wie konnte das passieren? Selbst ein gestandener, altgedienter Kommunalpolitiker wie Ehrenstadtrat Norbert Schäfer weiß sich da offensichtlich keinen Rat mehr. Oder wie ist es sonst zu verstehen, dass er sich im Schlitzer Boten vom 07.11. in teils halbwahren, teils leicht widerlegbaren, teils für die Wahl völlig belanglosen Äußerungen ergeht? Aus unserer Sicht sollte sich ein Ehrenstadtrat eigentlich neutral verhalten und nicht motivierte und mutige Bürger denunzieren.

So wie wir Jürgen Laurinat verstanden haben, ist es zum Beispiel nicht nur der Ausbau des Radwegenetzes zwischen den Ortsteilen (Ein Anschluss von Willofs und damit eine direkte Verbindung zwischen Schlitz und Lauterbach wären ja durchaus wünschenswert. Das sollte man so leicht nicht abtun.), den er verbessern möchte, sondern in erster Linie der Service für Fahrradfahrer/innen in den Orten und vor allem der Kernstadt, wo diese – Einheimische und Touristen – sich oft verloren und nicht gut aufgehoben fühlen. Fahrradboxen, Mieträder, bessere Ausschilderung, Online- und Offline-Guide für Fahrradtouristen… Das sind doch alles interessante, teils leicht zu finanzierende Vorschläge.

Die Klagen von Gewerbetreibenden über mangelnde Unterstützung von der Ansiedlung des Gewerbes bis zum Alltagsgeschäft sind ebenfalls nicht neu. Die Gründe für diese Beschwerden liegen natürlich nicht immer nur bei der Stadt Schlitz, aber der Ton, in dem teilweise mit Investoren verhandelt wird und der Mangel an Transparenz und Service-Mentalität sind frappierend. Der auf Initiative der FDP-Fraktion angestellte Wirtschaftsförderer, den wir für einen fähigen Mann und nicht (wie von der CDU Schlitzerland vor einiger Zeit öffentlich geäußert) eine zu schluckende Kröte halten, muss endlich vollumfänglich zur Förderung der Wirtschaft, zur Betreuung und Beratung unserer Gewerbetreibenden und sonstigen Selbstständigen eingesetzt werden.

Dass die „Eingaben der Stadt über verbesserungswürdige Zustände an verschiedenen Kreis- und Landesstraßen […] im Rathaus Ordner“ füllen (Norbert Schäfer, Leserbrief im Schlitzer Bote vom 07.11.), ist zwar wahr, bringt die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner aber keinen Schritt weiter. Hier müssen, wie der von uns geforderte, offene Brief an die Landesregierung zeigt, neue Wege gegangen werden.

Aus unserer Sicht hat Herr Altstadt in seiner bisherigen politischen Laufbahn ausreichend Möglichkeit gehabt, seine eigenen und für den Wahlkampf von anderen Fraktionen übernommenen Ideen einzubringen. Aus unserer Sicht hat er diese Möglichkeiten nicht genügend genutzt. Wir brauchen einen Bürgermeister, der zukünftig konstruktiv und auf Augenhöhe mit allen Beteiligten Ideen umsetzen kann. Herr Laurinat hat mit uns in allen Treffen immer sachlich und neutral diskutiert. Die bisherigen Erfahrungen mit beiden Kandidaten lassen uns zur Überzeugung kommen, dass mit ihm die bisherige Lebensqualität des Schlitzerlandes sichergestellt bleibt und sich zukünftig für alle Bürgerinnen und Bürger, sei es groß oder klein, jung oder alt, positiv weiterentwickeln wird.

Und weil immer von angeblichen Luftschlössern die Rede ist: Die Bürgerinnen und Bürger erwarten von politischen Führungskräften eine Vision, eine Richtung, in die es gehen soll. Wo wollen wir denn in sechs Jahren als Gemeinde sein? Wie stellen wir uns auf? Oder konkreter: Was machen wir denn zum Beispiel mit den 2,6 Millionen Euro, die wir vom Land Hessen über die Hessenkasse zur Verfügung gestellt bekommen? Auf die hohe Kante legen und Staub ansetzen lassen ja wohl kaum. Einfach mal abwarten, ob uns was einfällt, eher auch nicht.

Nehmen wir dieses Geld also, um Gewerbeflächen in der Innenstadt zu Wohnraum umzuwandeln (Vorschlag A. Altstadt) oder um dort Büroflächen für Gründer, Freiberufler und Selbstständige zu schaffen (Vorschlag J. Laurinat)? Sagen wir, beim Parken in der Innenstadt machen wir nix, weil man es ja eh nie allen recht machen kann (Vorschlag A. Altstadt), oder wagen wir den Versuch, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen, und erneut zu versuchen den Ausgleich zwischen Anwohner/innen, Gewerbetreibenden und Kund/innen zu finden (Vorschlag J. Laurinat)? Und ist uns das am Ende auch den einen oder anderen Euro wert, falls wir zu der Überlegung kommen, eventuell ein Parkhaus bauen oder eine Immobilie kaufen zu müssen?

Das sind doch in Wahrheit die Entscheidungen, vor denen die Bürgerinnen und Bürger am Sonntag bei der Stichwahl stehen, und nicht Scheingefechte wie Sportanlage, Musikakademie und Breitband.

Klare Kante, offene An- und Aussprache, fairer Umgang – damit ist Jürgen Laurinat von Beginn an angetreten. Unser Eindruck war bis vor Kurzem, dass Alexander Altstadt und die CDU Schlitzerland (mit den üblichen Ausnahmen) das in diesem Wahlkampf ähnlich sehen. Jetzt wird wieder getarnt, getäuscht und getrickst, was das Zeug hält. Nach Neuanfang und anderem Stil sieht das leider nicht aus.
Aus unserer Sicht benötigen wir gute Arbeitsplätze, eine hohe Lebensqualität, bezahlbare und verfügbare Bauplätze, eine lebendige Innenstadt mit Geschäften sowie ein verstärktes familien- und umweltorientiertes Schlitzerland. Wir sind der Meinung, dass wir diese Punkte mit Herrn Laurinat gemeinsam umsetzen können.
Wir brauchen einen unabhängigen, überparteilichen Bürgermeister, der neue Impulse bringt. Wir brauchen keine „weiter so“, sondern eine zeitgemäße Weiterentwicklung für das ganze Schlitzerland, in der wir das Bewährte erhalten, aber auch neue Impulse für die Zukunft setzen. Die FDP-Fraktion würde sich sehr freuen, wenn wir zukünftig mit Herrn Laurinat als Bürgermeister zusammenzuarbeiten könnten.
Hinterfragen Sie kritisch! Sprechen Sie mit den Kandidaten! Beide stellen sich bis zum letzten Tag der Öffentlichkeit. Wählen Sie am Sonntag nicht aus Gewohnheit, sondern aus Überzeugung!

FDP-Fraktion Schlitzerland

Viele Versäumnisse aufzuarbeiten Schlitz ist kein einfaches Terrain für Unternehmer

Schlitz, 31. Oktober 2018 –
Das Wohl des ansässigen Gewerbes bestimmt das Wohl einer Region. Diese Binsenweisheit ist nicht neu. Umso unverständlicher findet es Jürgen Laurinat, dass im Schlitzerland so wenig dafür getan wird, damit sich Unternehmen hier ansiedeln – und wohlfühlen. Um sich ein Bild aus nächster Nähe zu machen, besuchte er am 30.10.2018 die Firma CC Bäuml an ihrem Standort in Rimbach. Der Weg aus der Kernstadt heraus gestaltete sich für das Schwerlast-Unternehmen vor zwei Jahren äußerst holprig. Fast hätte Bäuml der Kommune Schlitz sogar ganz den Rücken gekehrt und sich in Hünfeld niedergelassen. Grund war maßgeblich das einladende Entgegenkommen dort, das im krassen Gegensatz zum Prozedere der Schlitzer Verwaltung stand. „Ich weiß, dass hier Firmen vom Erwerb bis zur Genehmigung des Flächennutzungsplanes bis zu sieben Jahre mit Warten verbringen. Hünfeld bot die Umsetzung der Formalitäten in 10 Tagen an. Der zuständige Sachbearbeiter kündigte Volker Bäuml sogar an, dass sich die Verarbeitung um 2 Wochen verschieben könnte, da er im Urlaub sei. Solcherlei Kooperation kann sich wohl niemand in Schlitz derzeit vorstellen.“
Laurinat bemängelt vor allem, dass man als investitionswilliger Unternehmer das Gefühl, in Schlitz herzlich willkommen zu sein, durchweg vermisst. „Ich frage mich, ob man die Unternehmen hier überhaupt haben will.“, sagt Laurinat. „Diese Trägheit ist heute nicht mehr zeitgemäß. In einer Wirtschaft, die auf Service gebaut ist, kann man sich sowas einfach nicht mehr leisten. Wir haben in vielen Dingen versäumt, mit der Zeit zu gehen.“ Damit spricht er unter anderem die immer noch eklatanten Mängel bei der Kommunikations-Infrastruktur an. Ein lückenloses Mobilfunknetz, schnelles Internet und gut ausgebaute Straßen sind für jede Unternehmerin und jeden Unternehmer die Voraussetzungen für eine Firmenansiedlung. „Herr Bäuml hat mir von Missständen wie dem Ausbau und der Beleuchtung der Industriestraße und dem Fehlen von schnellem Internet berichtet. Die Probleme wurden bereits vor einem halben Jahr angesprochen, doch auf eine Stellungnahme der Behörde wartet er bis heute.“
Die Gewerbetreibenden anhören, ihnen respektvoll auf Augenhöhe begegnen – dies will Jürgen Laurinat als Bürgermeister umsetzen. „Als Unternehmer weiß ich, wie man sich vorkommt, wenn man merkt, dass es der Stadt nur um die Gewerbesteuer, geht. Da würde man am liebsten die Zelte abbrechen.“
Offenheit, Transparenz und Präsenz
„Mit den Gewerbetreibenden zu kommunizieren, sie zu beraten, aktiv und vor Ort – das ist Teil eines erfolgreichen Miteinanders von Wirtschaft und Verwaltung. Dann finden wir auch heraus, welche Unternehmen hierher passen, wie wir die entsprechenden Gewerbegebiete klug planen und entsprechend ausweisen.“, fordert Laurinat. „Unsere Unternehmerinnen und Unternehmer müssen zu viel mühsame Eigeninitiative aufbringen und fühlen sich darin oft von der Stadt alleine gelassen. Die Firma Bäuml ist sehr innovativ auf ihrem Gebiet. Das sieht man daran, wie erfolgreich hier in Rimbach bereits gewirtschaftet wird. Man hat sich in einer Marktlücke erfolgreich etabliert, in der das Unternehmen mit den ganz Großen der Branche zusammenarbeitet. CC Bäuml besitzt drei der geländegängigsten Zugmaschinen der Welt, übernimmt bei der Begleitung von Sondertransporten mit hochmodern ausgestatteten Belgleitfahrzeugen Aufgaben, die sonst Polizeisache sind. Ein echtes Highlight ist das neuste Begleitfahrzeug, welches das Hinweisschild 360 Grad um das Fahrzeug herum positionieren kann.
Die 1.000 Quadratmeter der neuen Halle waren nach kurzer Zeit schon komplett an Speditionsunternehmen vermietet. Hier ist richtig Potenzial!“
Für Volker Bäuml stellt sich die Frage, ob er demnächst weitere Hallen bauen wird, wenn die Nachfrage nach Kapazitäten weiter so steigt. Auch hier sind sich Laurinat und Bäuml einig: „Die Unternehmen benötigen Expansionsflächen, die es Unternehmerinnen und Unternehmern ermöglicht, schnell und strategisch auf die Beschaffenheiten die Märkte zu reagieren.“
Gewerbe in der Kernstadt erhalten
Die Entwicklung ist für Laurinat bedenklich: „Wir sind auf dem besten Weg, aus Schlitz eine Schlafstadt zu machen, gerade wenn man die Idee umsetzt, über ISEK aus den freien gewerblichen Flächen im Kernstadtbereich Wohnraum zu schaffen. Diese Umnutzung ist nicht wieder rückgängig zu machen, wir brauchen aber kreativen Einzelhandel und Gewerbe in der Innenstadt. Als Teil des Fuldaer Speckgürtels lassen wir unsere Chancen weitgehend ungenutzt. Das Bild der Innenstadt spricht leider eine deutliche Sprache. Leerstehende Geschäfte und hohe Fluktuation sind mehr als ein deutliches Warnsignal!“
Die Kooperation mit Fuldaer Unternehmen, der Verwaltung und weiterer Organisationen, der Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs, die Nutzung freier Schaufenster zu Verschönerung des Stadtbildes (Beispiel „Schlaufenster“ in Einbeck) – Laurinats Liste an Maßnahmen ist lang.
Es geht für ihn darum, das ansässige Gewerbe zu halten und zu fördern und nach außen hin dadurch die Region attraktiv für den Zuzug von Familien und Unternehmen zu machen. Damit zielt er auch auf junge Unternehmensgründerinnen und Unternehmensgründer und hat eine klare Meinung zur aktuellen Haltung der Stadt: „Die absolute Zahl der so genannten Startup Unternehmen ist deutschlandweit in letzter Zeit zwar gesunken, die Zahl der Gründungen aus Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist aber drastisch gestiegen. Es gilt deshalb, sich auch auf diese Unternehmen einzustellen und die Nähe zu den umliegenden Universitäten zu suchen. Zu behaupten, dass Startups für das Schlitzerland keine Rolle spielen, ist eher ein Zeichen für schlechte Unternehmensberatung und Versäumnisse der kommunalen Politik.“
Für Jürgen Laurinat gibt es viel aufzuarbeiten und neu zu gestalten. Nach seiner Wahl zum Bürgermeister will er durch intensive Gespräche zu Bedürfnissen und Zielen mit den hiesigen Gewerbetreibenden eine Kehrtwende einläuten. Denn Ideen hat der erfahrene Unternehmer zuhauf im Aktenkoffer, den er gerne im Rathaus öffnen will. Besuchen Sie Jürgen Laurinat auf seiner Homepage www.laurinat.de.
„Schlitzerland – wir können was!“
Team Laurinat

Es bleibt spannend: Danke für Euer Vertrauen!

Am 11. November kommt es im Schlitzerland also zur Stichwahl. Für Jürgen Laurinat ein erfolgreiches Resultat: „Mein Ergebnis im ersten Wahlgang zur Bürgermeisterwahl in Schlitz erfüllt mich mit großer Zuversicht. Es zeigt, dass viele Bürgerinnen und Bürger im Schlitzerland nicht nur einfach einen Generationen- sondern auch einen Politikwechsel wollen. Ich stehe für beides und danke jedem, der am vergangenen Sonntag seine Stimme und damit sein Vertrauen in mich gesetzt hat.“
In den kommenden Tagen heißt es nun weiter arbeiten und die eindeutige Stimmung bündeln, sagt der politisch neutrale Kandidat weiter: „Wer mit frischem Wind das Schlitzerland beleben möchte, findet in mir einen Bürgermeister, der mit innovativen Ideen und zupackenden Händen die vor uns und unserer Gemeinde liegenden Herausforderungen gestalten kann und will. Davon möchte ich alle Schlitzerländerinnen und Schlitzerländer auch weiterhin überzeugen.“
Stillstand bedeutet Rückschritt
Er habe immer gesagt, das Schlitzerland könne mehr, als es in den letzten Jahren habe zeigen dürfen: „Ich habe viel von Potenzial und Chancen gesprochen und geschrieben. Darin fühle ich mich durch das Ergebnis von Sonntag bestätigt. Mit ganzem Einsatz und voller Power geht es jetzt in die zweite Runde! Ich möchte aber an dieser Stelle auch Klaus-Jürgen Kreutzer danken, den ich in den letzten Wochen als angenehmen Menschen und fairen Mitbewerber erlebt habe.“
Inhaltlich möchte Jürgen Laurinat weiterhin auf Sachthemen setzen. „Ich will dort Lösungen anbieten, wo andere die Dinge einfach so weiterlaufen lassen, weil man es eh nicht allen recht machen könne. Darüber hinaus garantiere ich, dass ich alles in meiner Macht Stehende tun werde, um mit Ihnen und euch zusammen unsere schöne Heimatgemeinde wieder zum Blühen zu bringen und fit für die Zukunft zu machen.“
SCHLITZERLAND – WIR KÖNNEN WAS!
Team Laurinat

Interessanter Kommentar im Schlitzer Bote vom 29.10.2018

KOMMENTAR

Windwechsel?

„Das ist doch klar, wer das wird“, sagte mir eine Schlitzer Geschäftsfrau im Frühjahr, als das Gespräch auf die Nachfolge von Hans-Jürgen Schäfer kam. Man hatte sich in weiten Teilen der interessierten Bürgerschaft schon auf einen Bürgermeister Altstadt eingestellt. Ganz so klar ist es nun doch nicht. Der parteilose Jürgen Laurinat hat mit seinem Ruf nach „frischen Wind“ denselben dem Favoriten Altstadt ein wenig aus den Segeln genommen. Ob im achtbaren Ergebnis des quirligen Außenseiters schon ein Wunsch nach einem Kurswechsel abzulesen ist, wird sich ausweisen. Der neue „Kapitän“ wird erst in zwei Wochen bestimmt.

Bernd Götte